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Magen-Darm-Infekt in der Schwangerschaft: Das sollte man wissen

Magen-Darm-Infekt in der Schwangerschaft
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Gerade während der Schwangerschaft sind Frauen mitunter besorgt, wenn es um ihren Körper geht. Zurecht, schließlich trägt man nicht nur Verantwortung für sich, sondern auch für das Ungeborene. Im Fall eines Magen-Darm-Infekts können daher bei vielen schnell die „Alarmglocken klingeln“. Ob das nötig ist, was dahintersteckt und was es zu beachten gibt, erfährst du in unserem Artikel.

Magen-Darm-Infekt während der Schwangerschaft: Das zeichnet ihn aus

Hinter der Krankheit verbirgt sich die häufigste infektiöse Krankheit. In der Fachsprache wird sie als Gastroenteritis bezeichnet, im Volksmund oft auch als Magen-Darm-Grippe oder Brechdurchfall. Dabei handelte es sich aber in allen Fällen um eine Schleimhautentzündung von Magen (lateinisch: Gastritis) und Dünndarm (lateinisch: Enteritis). Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Meist wird die Magen-Darm-Grippe durch Infektionen ausgelöst. Allerdings können auch Giftstoffe oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit in Betracht kommen. Charakteristisch für einen Magen-Darm-Infekt ist das plötzliche Auftreten der Symptome.

Diese Infektionen können hinter einem Magen-Darm-Infekt stecken

Für den eigentlichen Krankheitsverlauf macht es nur einen geringfügigen Unterschied, welche Infektion hinter der Erkrankung steckt. Jedoch gelten für bestimmte Infektionskrankheiten spezielle Meldepflichten. Außerdem ist es mitunter interessant zu wissen, wie die einzelnen Bakterien oder Viren übertragen werden, denn nicht immer ist alles so selbstverständlich wie es scheint. Damit du trotzdem den Überblick behältst, geben wir dir einen kleinen Einblick.

Die möglichen Viren

Die Viren sind keine Lebewesen. Daher benötigen sie zum Überleben eine andere Zelle, die sogenannte Wirtzelle. Zwar sind sie für viele verschiedene Infektionskrankheiten verantwortlich, aber leider helfen bei ihnen keine Antibiotika. Für die Gastroenteritis kommen sowohl Noroviren als auch Rotaviren in Betracht.

  • Noroviren: Bei den Noroviren wird der Erreger klassischerweise mit dem Stuhl oder dem Erbrochenen ausgeschiedenen. In beiden Fällen sind die jeweiligen Viren hoch ansteckend. Deshalb kommen sie besonders oft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Altenheimen oder Schule vor. Dabei werden sie meist über eine Schmierinfektion übertragen. Bei einem solchen Übertragungsweg werden kleinste Spuren des Erregers durch Reste von Stuhl oder Erbrochenem übertragen. Das kann durch die Hände, aber auch durch kontaminierte Flächen, wie zum Beispiel Türgriffe geschehen. Allerdings sind Noroviren besonders tückisch, denn sie können auch per Tröpfcheninfektion weitergereicht werden. Beim Erbrechen kommt es zu kleinen virushaltigen Tröpfchen, die dann von einer gesunden Person eingeatmet werden können.
  • Rotaviren: Auch bei den Rotaviren sitzen die Erreger im Stuhl oder dem Erbrochenen des Erkrankten. Allerdings können Rotaviren auch bei eingetrocknetem Stuhl mehrere Tage lang noch ansteckend sein. Rotaviren werden ebenfalls per Schmierinfektion weitergegeben. Häufig geschieht das jedoch an gemeinsam genutzten Orten, wie beispielsweise dem Badezimmer.
norovirus
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Die möglichen Bakterien

Bei den Bakterien kommen viele verschiedene Gattungen für eine Magen-Darm-Grippe infrage. Wir beschäftigten uns allerdings nur mit den unten aufgeführten zwei. Das liegt daran, dass diese zwei Vertreter in den meisten Fällen einer bakteriellen Infektion infrage kommen. Grundsätzlich handelt es sich bei Bakterien um Lebewesen, daher können sie sich selbstständig vermehren. Praktischerweise hilft Antibiotika gegen Bakterien.

  • Salmonellen: Dieser Bakterientyp wird typischerweise durch Lebensmittel übertragen. Gerade bei rohen Eiern oder Mayonnaise, sowie rohem Fleisch sind Salmonellen gehäuft zu finden. Das gilt besonders für die Sommerzeit, da sich die Bakterien bei Wärme schneller vermehren können. Allerdings können die Bakterien auch per Schmierinfektion übertragen werden. Bei Salmonellen gilt das jeweilige Infektionsschutzgesetz. Sollte es zu einer Erkrankung kommen, muss unter Umständen das Gesundheitsamt informiert werden.
  • Campylobacter: Auch bei dem Bakterium Campylobacter ist die Hauptansteckungsmittel der Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln. Man findet ihn zwar auch in Hackfleisch, allerdings ist er eher in rohem Geflügelfleisch zu finden. Auch bei mangelnder Küchenhygiene kann es zu einer Ansteckung kommen. Jedoch vermehren sich die Bakterien, im Gegensatz zu den Salmonellen, nicht innerhalb der jeweiligen Lebensmittel weiter.

Das sind die Symptome

Die Symptome bei einem Magen-Darm-Infekt während der Schwangerschaft sind genauso wie bei einer normalen Magen-Darm-Grippe. Die ersten Krankheitsanzeichen treten meist bis zu sechs Stunden nach Kontakt mit dem Erreger auf. Häufig beginnen diese mit Bauchschmerzen, gefolgt von oft wässrigen Durchfällen und schwallartigem Erbrechen. Mitunter kann es auch zu Fieber, Schwäche und einem allgemeinen Krankheitsgefühl kommen. Allerdings ist für die Magen-Darm-Grippe kennzeichnend, dass sie ebenso schnell verschwindet, wie sie gekommen ist. Das ist aber nur ein schwacher Trost, denn je nach Erreger kann ein Magen-Darm-Infekt bis zu 14 Tage andauern.

Magen-Darm-Infekt in der Schwangerschaft: Jetzt ist Hygiene besonders gefragt

Da wir oben gesehen haben, dass die Erreger auf vielfältige Weise übertragen werden können, gilt es einige Grundregeln einzuhalten. Wir haben die wichtigsten für dich herausgearbeitet.

  1. Hände waschen: Die meisten Erreger finden ihren Weg in den Organismus tatsächlich über die Hände. Sind sie einmal an deiner Hand und nicht gründlich gewaschen, reicht schon eine unbedarfte Bewegung zum Mund für eine Infektion. Daher solltest du dir mehrmals gründlich die Hände waschen. Im Zweifelsfall lieber auf den Handschlag mit Fremden verzichten.
  2. Erkrankte isolieren: Wenn du jemanden mit einem Magen-Darm-Infekt in deinem häuslichen Umfeld hast, solltest du versuchen, ihn so weit wie es geht zu isolieren. Auf keinen Fall sollte derjenige Speisen für die anderen zubereiten. Das gilt im Umkehrschluss natürlich auch für dich, solltest du dich infiziert haben.
  3. Badezimmer desinfizieren: Wer ein gemeinsames Badezimmer mit einer erkrankten Person teilt, der sollte peinlichst auf Sauberkeit achten und das Badezimmer einmal am Tag desinfizieren. Im Idealfall verfügt man über ein zweites WC.
  4. Eigene Handtücher verwenden: Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wir erwähnen es trotzdem nochmal. Handtücher und Waschlappen sollten nicht mit Erkrankten geteilt werden. Hat dich selbst eine Magen-Darm-Grippe erwischt, solltest du zudem darauf achten, dass du spätestens alle zwei Tage dein Handtuch/Waschlappen wechselst. Beides kannst du ohne Probleme bei 60 Grad waschen.
  5. Beim Essen aufpassen: Du solltest generell auf rohes Fleisch oder Eier verzichten. Das hilft dir zwar nicht bei einer bestehenden Magen-Darm-Grippe, kann dich aber davor schützen, eine zu bekommen.

Schwangerschaft: Kann der Magen-Darm-Infekt dem Baby schaden?

Jetzt kommt die gute Nachricht für alle werdenden Eltern. Das Ungeborene wird in den allermeisten Fällen nichts von der Gastroenteritis mitbekommen. Das liegt daran, dass die Erreger sich nur lokal auf den Verdauungstrakt auswirken. Dein Baby ist hingegen in der Fruchtblase gut geschützt. In sehr seltenen Fällen können jedoch durch die Magenkrämpfe und Durchfälle vorzeitig Wehen ausgelöst werden.

kranke schwangere frau
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Bei diesen Krankheitsanzeichen wird’s kritisch

Auch wenn dein Baby in der Fruchtblase gut geschützt ist, sollte man eine Gastroenteritis während der Schwangerschaft niemals auf die leichte Schulter nehmen. Denn du verlierst durch das Erbrechen und den Durchfall sehr viel Flüssigkeit. Das wirkt sich auf deinen Organismus aus. Und der ist in der Schwangerschaft zusätzlich geschwächt, schließlich trägst du einen „zweiten Menschen“ mit dir herum. Daher solltest du unbedingt zum Arzt gehen, wenn der Infekt länger als 48 Stunden anhält oder du eine extreme Schwäche verspürst.

Das gilt auch, wenn deine Temperatur dauerhaft hoch ist. Im Zweifelsfall ist es nie verkehrt, deinen Hausarzt aufzusuchen. Denk aber daran, dass es sich dabei unter Umständen um eine ansteckende Krankheit handeln könnte. Daher ruf lieber vorher in der Praxis an, mitunter ist in diesen Fällen ein Hausbesuch angebrachter.

Diese Hausmittel helfen bei der Magen-Darm-Grippe während der Schwangerschaft

Bestimmte Medikamente sind während der Schwangerschaft eh für dich tabu. Davon abgesehen muss man nur in den seltensten Fällen während einer Magen-Darm-Grippe auf medikamentöse Unterstützung zurückgreifen. Vielfach hilft es, den Körper mit der richtigen Ernährung zu unterstützen. Dabei solltest du generell darauf achten, dass du viel trinkst. Denn dein Körper benötigt während einer Magen-Darm-Grippe Unmengen an Flüssigkeit. Wir zeigen dir, welche Nahrungsmittel sich eignen und auf welche du lieber verzichten solltest. Zum Schluss gibt es noch ein kleines Rezept, damit du schneller wieder auf die Beine kommst.

Diese Lebensmittel solltest du meiden

  1. Öl und Fette
  2. Rohes Gemüse
  3. Scharfe Gewürze
  4. Blähende Lebensmittel
  5. Hülsenfrüchte
  6. Zucker

Mit diesen Nahrungsmitteln solltest du dich anfreunden

  1. Karotten
  2. Zucchini
  3. Kürbis
  4. Reis
  5. Zwieback
  6. Bananen und Äpfel
  7. Tee und Wasser

Achte darauf, dass du deine Nahrungsmittel niemals roh verzehrst, das Gemüse also kochst oder dünstest. Meide generell Softdrinks und versorge dich ausreichend mit Tee und Wasser.

ernährung bei magen darm infekt
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Diese Karottensuppe bringt dich wieder auf die Beine

Karotten binden überschüssige Flüssigkeit im Darm. Außerdem entstehen bei langer Kochzeit sogenannte Oligosaccharide. Diese kleinen Zuckermoleküle binden die Erreger und sorgen für eine schnellere Ausscheidung. Die Suppe geht schnell und kommt mit wenig Zutaten aus:

  • 500 g Karotten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Prise Salz
  1. Wasche die Karotten und schneide sie in kleine Stücke.
  2. Füge sie zusammen mit dem Wasser in einen Topf und bring den Inhalt zum Köcheln.
  3. Sobald sich die Karotten einfach mit einer Gabel zerdrücken lassen, kannst du den gesamten Inhalt pürieren.
  4. Geb das Salz hinzu. Alternativ kannst du auch etwas Kurkuma hinzufügen, das Gewürz ist nämlich entzündungshemmend und gut bekömmlich.

Zitat des Monats

„Alle Kinder haben die märchenhafte Kraft, sich in alles zu verwandeln, was auch immer sie sich wünschen.”

Jean Cocteau
(französischer Schriftsteller, 1889 – 1963)