Schwangerschaft

Backcamembert in der Schwangerschaft: Ist das erlaubt?

Backcamembert
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In der Schwangerschaft gibt es zahlreiche Lebensmittel und Konsumgüter, auf die man verzichten soll, um für sich und seinen Nachwuchs im Bauch möglichen Infektionen entgegen zu beugen. Es ist gar nicht so einfach, nicht die Übersicht zu verlieren, welche Speisen in der Schwangerschaft erlaubt sind und welche besser vermieden werden sollten.

Backcamembert in der Schwangerschaft schlemmen ohne schlechtes Gewissen?

Dass Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft absolut aus dem Alltag gestrichen werden sollten, hat mittlerweile nahezu jeder begriffen. Das fetale Alkoholsyndrom hat gravierende Auswirkungen auf das Leben des Babys. Doch insbesondere bei der großen Auswahl an Käsesorten ist es oft schwer zu differenzieren, welche auf dem Speiseplan stehen dürfen und welche nicht.

Immerhin ist Käse ein wertvoller Lieferant für Kalzium, B-Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und Spurenelemente wie Kupfer, Zink und Eisen. Diese Inhaltsstoffe sind nicht nur eine Wohltat für den Körper, sondern fördern gleichzeitig die Entwicklung des Säuglings, beispielsweise beim Aufbau des Nervensystems und bei der Bildung von Blutkörperchen. Im folgenden Ratgeber erklären wir, wie es mit gebackenen Camembert aussieht.

Backcamembert als leckerer Snack in der Schwangerschaftszeit

Ob in der Pfanne oder im Backofen: Gebackener Camembert ist für Schwangere ein wahrer Gaumenschaums, der bedenkenlos verzehrt werden kann. Dies gilt sowohl für fertig verpackten Backcamembert von der Käsetheke als auch für die selbst gekaufte Variante, die sich in der Pfanne oder im Ofen erhitzen lässt. Dabei sollte jedoch unbedingt beachtet werden, dass man den Käse länger als drei Minuten bei über 70° Grad erhitzt, um eventuell enthaltene Keime abzutöten. Diese Temperaturen machen den Listerien – die man im Übrigen weder riechen, schmecken noch mit dem puren Auge wahrnehmen kann – den Garaus.

gebackener camembert
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Welche Gefahr geht von frischem Camembert aus?

Werdende Mütter sollten sich und das Ungeborene unbedingt vor Infektionen mit Listerien schützen. Dabei handelt es sich um bestimmte Bakterien, die im Falle einer Infektion (Listeriose) zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen können. Im schlimmsten Fall kann das über die Mutter infizierte Neugeborene sogar an dem Infekt sterben oder schwere Schäden erleiden. Auslöser Listerieninfektionen sind oftmals rohe Lebensmittel wie bestimmte Käsesorten, die man als Rohmilchkäse erwerben kann. Rohmilchkäse ist also tabu! Grund dafür ist zum einen der Weißschimmel an der Rinde und zum anderen die Feuchtigkeit und der geringere Säuregehalt von Camembert. Deshalb stellt er einen perfekten Nährboden für Listerien dar.

Ausnahme sind allenfalls sehr lang gereifte Rohmilchkäsesorten wie beispielsweise Parmesan oder Emmentaler. Ansonsten gilt darauf zu achten, ob der Camembert aus Rohmilch besteht oder die Milch bei der Herstellung stark erhitzt, also pasteurisiert worden ist. Bei Unklarheiten können Sie natürlich stets das Personal an der Käsetheke befragen.

Weitere Tipps zum Verzehr

Es sollte sich von selbst verstehen, dass Sie dringend auf eine gute Hygiene achten. Ist der Backcamembert bereits vorbereitet, entsteht durch die Panade kein direkter Hautkontakt. Allerdings sollten Sie sich die Hände trotzdem gründlich mit Seife waschen, nachdem Sie den Käse aus der Packung entnommen und auf das Backblech oder in die Pfanne platziert haben. Im besten Fall verwenden Sie lebensmittelechte Handschuhe. Gerade auf der Außenrinde befinden sich nämlich oft die gefährlichen Listeriose-Bakterien.

Simples Rezept für selbstgemachten Backcamembert in der Schwangerschaft

Zutaten:

  • 1 Ei in Bioqualität
  • 1 Camembert
  • Paniermehl
  • 5 EL Öl

Zubereitung:

  1. Zerschlagen Sie das Ei zunächst in einen tiefen Teller.
  2. Geben Sie das Paniermehl in einen zweiten Teller.
  3. Tunken Sie den Camembert anschließend in das Ei, panieren ihn und wiederholen das Ganze nochmal.
  4. Braten Sie den panierten Camembert nun in einer Pfanne in Öl von beiden Seiten goldbraun an.
  5. Kurz auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Guten Appetit!

Bei welchen anderen Käsesorten ist Vorsicht geboten?

Halbfester Blauschimmelkäse, sowie weiche Käsesorten aus pasteurisierter Milch, die anschließend mit einer Oberflächenschmiere behandelt werden und reifen, können von Listerien besiedelt sein. Dazu zählen auch Esrom, Harzer und Limburger. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Bildung von Listerien geht außerdem von eingelegtem Käse oder Frischkäse aus offenen Gefäßen wie z.B. Feta und Mozzarella aus.

käse in der schwangerschaft
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Welche anderen Käsesorten dürfen ohne schlechtes Gewissen in der Schwangerschaft gesnackt werden?

Käsesorten, die sich für Schwangere meist gut zum Verzehr eignen, sind zum Beispiel:

  • Butterkäse
  • Tilsiter
  • Edamer
  • Gouda
  • Brie
  • Die meisten Cheddar-Sorten
  • Leerdammer

Zitat des Monats

„Alle Kinder haben die märchenhafte Kraft, sich in alles zu verwandeln, was auch immer sie sich wünschen.”

Jean Cocteau
(französischer Schriftsteller, 1889 – 1963)