Kinderglück – Der Familienblog

Geburt – immer wieder einzigartig

Die Geburt meines zweiten Sohnes

3 Wochen ist es nun her das unser Sohn zur Welt kam und ich möchte euch heute gerne von meinen Erlebnissen berichten.

Wie ihr auf den ein oder anderen Bildern sehen konntet trug ich meinen Sohn in einem schön dicken Bauch stolz durch die Gegend. Ein wunderbares Gefühl dieses kleine Menschlein strampeln zu spüren oder die Reaktionen auf Stimmen oder bekannte Musik, wie die der Spieluhr oder Papas Stimme. Doch wie schön all das ist, die meisten Mamas kennen dieses Gefühl der Ungeduld zum Ende der Schwangerschaft bestimmt. Wie sieht das Kind wohl aus? Wann kommt es? Ich will es endlich an mich drücken und seinen Duft tief einatmen. Mir persönlich wurde am Ende auch einfach jeder Schritt schwer, das Gewicht war schon enorm und dazu die Hitze, mit jedem Tag sehnte ich mir den Geburtstermin mehr herbei. Ich hatte auch täglich Wehen, keine starken aber doch eindeutig eine Vorbereitung, ein Üben meines Körpers auf die Geburt und das schürte die Hoffnung auf eine baldige Geburt noch mehr.

Geburt_einzigartig18

Dann kam er, der errechnete Termin und dann der Tag darauf. Einfach verstrichen ohne ein Zeichen das es los gehen könnte. Wie kann ich dieses Gefühl am besten beschreiben? So sehr ich vorher aufgeregt war und gespannt, erfasste mich mit verstrichenem ET eine seltsame Gelassenheit. Er wird kommen wenn er soweit ist sagte mir ein Stimmchen in meinem Kopf. Ab diesem Zeitpunkt wurden alle 2 Tage Kontrollen im Krankenhaus durchgeführt. CTG, Blutdruck, Urin, Ultraschall – wir fühlten uns sehr gut aufgehoben in dem Krankenhaus unserer Wahl. Elias ging es weiterhin super und seine Versorgung war gewährleistet. Es zeichnete sich allerdings entgegen den Erwartungen meiner Gyn ab das unser Sohn wohl recht groß ist und einiges an Gewicht mit sich bringen wird. Da mein Großer bereits per Kaiserschnitt geholt werden musste unter der Geburt lag das Augenmerk der Untersuchungen auch auf der alten Kaiserschnittnarbe, die nicht ganz so mitmachte wie gewünscht. Mir war nicht bewusst, dass man sogar nach 15 Jahren noch auf diese „Bruchstelle“ im Gewebe achten muss. Es gab diesen einen Moment, da änderte sich meine Stimmung schlagartig.

Ich war eigentlich erst „ET+3“ aber mein Gefühl sagte mir, mein Sohn wird nicht ohne Hilfe zur Welt kommen. Instinkte einer Mutter, so klar und deutlich und diese sollte man niemals unterschätzen. Ab dieser Erkenntnis ging es mir auch täglich schlechter, ich denke die Psyche nimmt hier einen großen Platz in Anspruch. Ich wollte doch so gerne in eine natürliche Geburt gehen, habe mich monatelang darauf vorbereitet, das Tönen saß. Doch das Leben spielt manchmal anders als gewünscht. Bei einer weiteren Kontrolle wurde aufgrund meiner Verfassung und einigen Untersuchungsergebnissen des Kleinen dann ein Kaiserschnitt für den nächsten Tag geplant. Puh… ich war erleichtert, pure Freude durchströmte mich, entgegen meiner Erwartung keine Enttäuschung um die verpasste natürliche Geburt da ich aufgrund meines Gefühls wusste, er braucht Hilfe bei der Geburt. Beflügelt fuhren wir nach Hause und ich konnte nicht aufhören meinen Bauch zu streicheln und mir schoss nur ein einziger Gedanke durch den Kopf: morgen werde ich unser Kind im Arm halten.

Abends hatte ich wieder mal ein paar Wehen, etwas stärker als üblich aber ich legte mich schlafen ohne mir weiter Gedanken darüber zu machen. Da habe ich die Rechnung ohne meinen Sohn gemacht. An Schlaf war nicht zu denken. Ich hatte Wehen… ich hatte richtige Wehen. Oft fragt man sich woran man diese erkennt und erntet dann doofe Sprüche wie „du erkennst es schon wenn es Wehen sind“ tut mir Leid euch sagen zu müssen, dem ist tatsächlich so. Ich lag also wach, zählte die Abstände. Bei 6 bis 7 Minuten angekommen weckte ich meinen Mann mit den Worten „ich hab Wehen, ich möchte ins Krankenhaus“. Er war total überrascht, Wehen? Wir sollten doch in ein paar Stunden zum Kaiserschnitt kommen. Der kleine Mann hat alles auf den Kopf gestellt. Also gut, provisorische warme Dusche zum Test und siehe da, die Wehen wurden nur stärker. Ein eindeutiges Zeichen.

Im Krankenhaus angekommen wurden wir mit den Worten begrüßt das wir aber früh seien, nach meiner Info, dass ich Wehen habe waren die Hebammen voller Freude und ich hin und hergerissen. Ich konnte doch nicht so zum Kaiserschnitt. Mein Körper und Sohn geben mir ein Signal, aber ich wusste es nicht zu deuten. Wollte er sagen „Mama ich schaff es alleine“ oder wollte er sagen“ Mama Kaiserschnitt ist okay ich will dir nur sagen ich bin soweit“. So konnte ich auf keinen Fall in den OP, ich hätte mich stets gefragt „was wäre wenn gewesen“. Also OP Termin erst mal verschoben und dann hieß es Flure entlang laufen, atmen, Treppen laufen, zwischendurch mal Ausruhen und Warten. Die Wehen kamen und gingen. Leider ging wie bei meinem großen Sohn nichts voran. Nach regelmäßigen Kontrollen wurde in einem Gespräch mit Ärzten und Hebammen dann doch entschieden den Kleinen zu holen, er schaffte es einfach nicht von alleine. Und dann ging alles ganz schnell und im Handumdrehen fand ich mich im OP wieder zwischen ganz arg liebem OP Personal, meinen Mann nah an meinem Kopf bei mir. Ich kann nicht beschreiben wie aufgeregt ich war.

Gefühlt eine Ewigkeit dauerte es und dann war er da, der erste Schrei. Ich könnte nach wie vor heulen alleine bei der Erinnerung. In ein  Handtuch gewickelt lag dieses kleine Wesen auf meiner Brust, gehalten von den Händen meines Mannes. Ein unfassbares Gefühl, wie viel Liebe kann ein Herz schenken? Unendlich viel für jedes meiner Kinder.

Er ist da, mit etwas über 4 kg und 56 cm ein großer Junge und wir sind unfassbar glücklich.

In Ruhe konnten wir uns stundenlag im Kreißsaal kennen lernen. Die Betreuung im Krankenhaus einfach traumhaft. Wir hatten das Glück ein Familienzimmer zu ergattern, so konnte mein Mann die Nähe zu unserem Sohn von Anfang an mit erleben. Mein Mann holte noch meinen großen Sohn zu Hause ab und so genossen wir das erste Kennenlernen und Kuscheln zu 4 als Familie und es war unbeschreiblich schön.

Mein Mann fragte mich irgendwann, ob ich traurig sei einen Kaiserschnitt bekommen zu haben und meine klare Antwort ist: nein. Mein Sohn ist gesund und munter und das ist das Einzige was zählt. Es wird seinen Grund haben das beide meiner Söhne trotz Wehen und Versuch natürlich zu gebären, den Notausstieg nehmen mussten.

Es tut mir sehr Leid um die Frauen, die nach einem Kaiserschnitt Probleme haben dies psychisch zu verkraften und ich bin dankbar dafür das ich es so annehmen kann wie es eben kam. Beide Kinder haben durch Wehen signalisiert das sie bereit sind zur Welt zu kommen und sind gesund, was will man mehr.

Jede Geburt ist einzigartig, Gefühle, Emotionen, Schmerzen, Ungewissheit , Vorfreude… so viele Gefühle durchströmen einen, ganz egal auf welche Weise ein Kind geboren wird und ich wünsche jeder Mama und jedem Papa das sie rückblickend sagen können „Geburt – einzigartig unbeschreiblich schön“.

Liebe Grüße Eure

Natascha

 

Kinderglück mit Freunden teilen...Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
Pin on Pinterest
Pinterest
Email this to someone
email

Kommentare (2)

  1. Thea

    Herzlichen Glückwunsch! Dein Beitrag hat mich zum Weinen gebracht und ich freue mich, dass alles gut verlaufen ist. Entspannt euch nun und genießt die Zeit!

    Antworten
  2. Johana

    Ich fand meine erste SS schöner dafür die Geburt sehr bescheiden (6Stunden Hammerwehen weil eingeleitet, da war die Einleitung schon 4Stunden her 😆 ).
    Bei der zweiten SS hatte ich viel mit Übelkeit zu kämpfen, hatte Blutungen und dolle Senkwehen, aber dafür war die Geburt ein Spaziergang (3,5 Stunden ab der Einleitung 😀 )
    Da wir einen großen Altersunterschied haben hat sie gleich alles mit gemacht wozu sie lust hatte. Jetzt spielt sie immer fleißig mit ihr und paßt mal 10min. auf wenn ich sauge, wische oder ähnlichen 😉 😆
    Vorbereitung aufs Geschwisterkind war total einfach, konnten ja ganz offen mit ihr reden und alles ganz normal erklären.
    Nur als ich im Kkh lag weil durch die Blutung die Angst da war das Kind zu verlieren, war ne schwirige Situation, selbst das haben wir ihr offen gesagt so wie es ist. Sie hatte immer Angst um uns beide, aber umso größer war die Freude das das kleine im Bauch bleiben mag.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.