Kinderglück – Der Familienblog

Familienpflegezeit

Neuregelungen zur Familienpflegezeit

 

Familienplegezeit

Bisher hatte ich mir über das Thema Familienpflegezeit wenig Gedanken gemacht. Doch dann war dieses Thema in unserem engsten Umkreis ganz nah. Die Mutter einer guten Freundin erkrankte an starker Demenz, der Vater ist seit langer Zeit ein Pflegefall.

Mitten in der Nacht, es ist 3 Uhr hört, sie Geräusche im Hausflur. „Wer ist denn um diese Zeit wach“, denkt sie sich?
Um nachzuschauen, was los ist, schleicht sie aus ihrem Bett, sucht müde und noch halb im Schlaf den Lichtschalter im Flur. „Mama, was machst du hier mitten in der Nacht? Wo willst du hin?“.
„Ich hab doch jetzt einen Friseur Termin“ antwortet die alte Frau. „Mama, aber es ist mitten in der Nacht“.
„Nein, ich muss jetzt los, sonst komm ich zu spät zum Friseur“. Voller Überzeugung ist sich die alte Frau sicher das sie nun einen Friseur Termin hat. Die Tatsache, dass es mitten in der Nacht ist das nimmt sie nicht wahr.

Ähnlich läuft es am nächsten Tag ab. Die Mutter geht zum Einkaufen. Ein paar Bananen, Milch und Eier. 7,50€ sind es an der Kasse. Die alte Dame bezahlt mit einem 100 Euro Schein. „Stimmt so“ sagt die alte Dame zur Kassiererin.
Auch in diesem Moment ist sie sich nicht bewusst, was sie gerade tut.
Um ihren pflegebedürftigen Mann kann sie sich selbst nicht mehr kümmern, wie auch – sie ist nun selber ein Pflegefall.
Und dann kommt es auch noch zum Sturz. Die Mutter ist im Treppenhaus gefallen, muss nun Tage lang liegen, kann nicht alleine aufstehen und benötigt Pflegehilfe.

Doch wer übernimmt nun die Pflege? Die bereits Erwachsenen Kinder stehen selber fest im Berufsleben und sind mit ihrer 40 Stunden Arbeitswoche eh schon ausgelastet.

Und genau hier kommt die „Familienpflegezeit“ ins Spiel. Seit dem 01. Januar 2015 gibt es hier Änderungen, die die Vereinbarkeit zwischen Familie, Beruf und Pflege etwas erleichtern.

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung
Mit der Familienpflegezeit können nahe Angehörige bei einem akuten Pflegefall kurzfristig, ohne Ankündigung und Zustimmung des Arbeitgebers, bis zu 10 Tage von der Arbeit fern bleiben. Seit dem 01. Januar 2015 kann für diesen Zeitraum von nahen Angehörigen, eine Lohnersatzleistung, das Pflegeunterstützungsgeld, beantragt werden. Dieses wird bei der Pflegeversicherung des Angehörigen beantragt. Unter einer akuten Pflegesituation ist allerdings keine krankheitsbedingte Betreuung des nahen Angehörigen zu verstehen. Um die bis zu 10-tägige Auszeit und das Pflegeunterstützungsgeld in Anspruch nehmen zu können muss der nahe Angehörige die Voraussetzungen einer Pflegebedürftigkeit im Sinne des §§ 14 und 15 SGB XI erfüllen. Die bloße Möglichkeit einer Pflegebedürftigkeit genügt nicht.

6 Monte teilweise oder vollständige Freistellung
Reichen diese 10 Tage Pflegezeit nicht aus, so hat der Angehörige einer pflegebedürftigen Person mit Pflegestufe 1 und höher die Möglichkeit, bis zu 6 Monaten teilweise oder ganz aus seinem Job auszusteigen, um diese Person in seiner häuslichen und außerhäuslichen Umgebung zu pflegen. Um diesen Einkommensverlust zu überbrücken, kann seit dem 01. Januar 2015 ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden.

24 Monate Arbeitsstunden reduzieren
Reichen auch diese 6 Monate nicht aus, so hat man seit dem 01. Januar 2015 auch die Möglichkeit, seine Arbeitszeit für 24 Monate auf 15 Stunden pro Woche zu verkürzen und ein zinsloses Darlehen zu beantragen.

3 Monate Begleitung in der letzten Lebensphase
Befindet sich ein Angehöriger in der letzten Lebensphase, so kann auch hier, seit dem 01. Januar 2015, der Angehörige bis zu 3 Monate teilweise oder ganz aus dem Beruf aussteigen. Dies gilt auch für Personen ohne Pflegestufe. Auch in diesem Fall kann zur Überbrückung des Einkommensverlust ein zinsloses Darlehen beantragt werden.

Wer gilt als naher Angehöriger?
Als nahe Angehörige zählen Großeltern und Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwistern sowie von Kindern, Adoptiv- oder Pflegekindern, den Kindern, Adoptiv- oder Pflegekindern des Ehegatten oder Lebenspartners, der Schwiegerkinder und Enkelkinder, Stiefeltern, Schwägerinnen und Schwager sowie lebenspartnerschaftsähnliche Gemeinschaften.

 

 

Man hofft ja natürlich nie in solch eine Situation zu kommen. Falls so ein Fall aber doch eintritt, so ist es gar nicht schlecht das es diese Unterstützung zur Familienpflegezeit gibt.

Weitere Informationen zur Familienpflegezeit findet ihr direkt auf der Seite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. – klick.

Falls ihr weitere Fragen zur Familienpflegezeit habt, dürft ihr euch gerne melden.

Liebe Grüße
Jenny

 

Dieser Artikel ist in Kooperation mit dem BMFSFJ entstanden.

 

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